Im Handwerksbetrieb lässt sich vor allem die Vorarbeit im Büro automatisieren: Anrufe annehmen und zusammenfassen, E-Mails sortieren, Angebote, Rechnungen und Mahnungen als Entwurf vorbereiten. Die Entscheidung sollte beim Menschen bleiben. Wer das trennt, spart Zeit, ohne die Kontrolle abzugeben.
Was sich gut automatisieren lässt
- Anrufe annehmen: Ein Telefonassistent nimmt ab, wenn niemand rangehen kann, fragt das Anliegen ab und schickt Ihnen eine Zusammenfassung.
- E-Mails vorsortieren: Rechnungen, Anfragen, Störmeldungen und Werbung landen getrennt. Rechnungen werden mit Betrag und Lieferant erfasst.
- Entwürfe vorbereiten: Angebote aus dem Leistungskatalog, Rechnungen nach dem Auftrag, Mahnungen nach Fristablauf. Sie lesen, ändern und geben frei.
- An Fristen erinnern: Offene Angebote, fällige Zahlungen, auslaufende Termine.
Was Sie nicht automatisieren sollten
Preise festlegen, einem Kunden absagen, eine Reklamation beurteilen: Das sind Entscheidungen. Eine Software kann sie vorbereiten, aber nicht verantworten. Auch die erste Antwort auf eine verärgerte Nachricht gehört in Menschenhand.
Was wir aus echten Einsätzen gelernt haben
Wir richten KI-Telefonassistenten für Kundenbetriebe ein und werten ihre Gespräche aus. Drei Erfahrungen, die man vorher kaum vermutet:
1. Viele Anrufer legen sofort wieder auf. Bei einem Betrieb endeten 11 von 17 ausgewerteten Anrufen, bevor überhaupt ein Anliegen genannt war, 6 davon in den ersten zehn Sekunden. Eine lange Begrüßung kostet also Anrufe. Kurz vorstellen, dann sofort fragen, worum es geht.
2. Der Zuschnitt muss zum echten Anrufmix passen. Derselbe Assistent war darauf eingestellt, neue Interessenten zu erfassen. Er stufte dann 20 von 20 Anrufern als Neukunden ein, obwohl die meisten Stammkunden waren. Das war kein Programmfehler, sondern eine falsche Annahme bei der Einrichtung. Heute schauen wir uns vorher an, wer tatsächlich anruft.
3. Datum und Wochentag nie dem Sprachmodell überlassen. Bei einem Optiker nannte der Assistent falsche Wochentage zu einem Termin. Seit das System Datum und Wochentag selbst ausrechnet und dem Assistenten mitgibt, stimmt es. Ein Testanruf, der vorher sechs Minuten dauerte, war danach in gut zwei Minuten erledigt.
Warum bei uns nichts ohne Freigabe rausgeht
In ASKI Base arbeiten digitale Mitarbeiter vor: Sie lesen eingehende Vorgänge, schlagen eine Antwort oder einen Entwurf vor und legen ihn zur Freigabe vor. Bis Ende August 2026 haben sie so rund 950 Vorgänge bearbeitet und 275 Entwürfe zur Freigabe vorgelegt, überwiegend in unserer eigenen Umgebung und in Testbetrieben. Keiner davon ging ohne menschliche Freigabe hinaus. Das ist Absicht: Erst wenn ein Ablauf über Wochen zuverlässig läuft, darf er mehr selbst erledigen.
Womit Sie anfangen
- Eine Woche mitschreiben: Welche Büroarbeit kommt jeden Tag wieder? Strichliste reicht.
- Den häufigsten Vorgang zuerst: Nicht den spannendsten, sondern den, der am öftesten anfällt.
- Nur die Vorarbeit automatisieren: Entwurf ja, Versand erst nach Ihrer Freigabe.
- Nach vier Wochen ehrlich prüfen: Wie oft mussten Sie korrigieren? Wird es weniger, kann der Ablauf mehr übernehmen.
Ehrlich gesagt
ASKI Base ist in der Pilotphase. Gemessene Zeitersparnis aus einem laufenden Handwerksbetrieb können wir deshalb noch nicht nennen, und wir erfinden keine. Sobald ein Pilotbetrieb belastbare Zahlen liefert, ergänzen wir sie hier.
Welcher Vorgang frisst bei Ihnen die meiste Zeit?
In 30 Minuten schauen wir gemeinsam, ob er sich automatisieren lässt.
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